KI-Kompetenz in der Zahnarztpraxis stärken – Pflichtschulung nach Art. 4 EU-KI-Verordnung für Arzt- und Zahnarztpraxen sowie MVZ

Die EU-KI-Verordnung verpflichtet Betreiber von KI-Systemen, ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz ("AI Literacy") im Team sicherzustellen – praxisnah, rollenbezogen und risikoadäquat, auch in der Zahnmedizin.

In dieser Schulung machen wir Zahnärzt:innen, Praxisleitungen sowie ZFAs in zwei Stunden fit, um KI-Anwendungen im Behandlungs- und Praxisalltag einzuordnen, verantwortungsvoll zu nutzen und gegenüber Aufsicht, Haftung und Patient:innen sicher argumentieren zu können.



Nächster Schulungstermin

Mittwoch, 23. September 2026, 17:30 – 19:30 Uhr
Mittwoch, 28. Oktober 2026, 17:30 – 19:30 Uhr
jeweils online via Microsoft Teams

Teilnahmegebühr:
125 EUR zzgl. USt. pro Person
inkl. Teilnahmezertifikat & Schulungsunterlagen



Warum diese Schulung gerade jetzt wichtig ist

Mit Einführung der EU-KI-Verordnung gelten Arzt- und Zahnarztpraxen sowie MVZ als "Deployers" (Betreiber), sobald sie KI-Systeme unter ihrer Verantwortung einsetzen – etwa in Dokumentation, Diagnostik, (zahn-)radiologischer Bildanalyse, Behandlungsplanung (z. B. Aligner Planung), Terminsteuerung, Triage, Telemonitoring oder in KI-gestützten Praxis und Abrechnungsanwendungen.

Art. 4 EU-KI-Verordnung verpflichtet diese Betreiber, ein ausreichendes Niveau an KI-Kompetenz bei Zahnärzt:innen sowie Praxispersonal (Praxismanagement / ZFAs) sicherzustellen – jeweils abgestimmt auf Rolle, Vorwissen, Einsatzkontext und betroffene Patientengruppen.

Besonders relevant ist dies, wenn KI-gestützte Medizinprodukte der Klassen IIa oder höher eingesetzt werden, die in aller Regel als Hochrisiko-KI-Systeme gelten und zusätzlich zu den Anforderungen der Medical Device Regulation (MDR) auch die Vorgaben der KI-Verordnung erfüllen müssen.


Für wen ist die Schulung besonders geeignet?

Die Schulung richtet sich an Einrichtungen, die KI-Systeme bereits nutzen oder deren Einsatz konkret planen – und die ihre Pflichten aus Art. 4 EU-KI-Verordnung frühzeitig und pragmatisch erfüllen wollen.

Adressaten sind insbesondere:

  • Zahnärztliche Praxen und MVZ
  • Zahnärztliche Praxisinhaber:innen und Leitungen
  • Praxismanagement
  • Zahnärzt:innen, ZFAs und weitere Gesundheitsfachberufe, die mit KI-Systemen arbeiten


Typische Ausgangssituationen

  • Sie nutzen bereits KI-gestützte Sprach- oder Dokumentationssysteme, Triage Tools, Terminbots oder Telemonitoring-Lösungen.
  • Sie setzen KI-basierte Medizinprodukte der Klassen IIa oder höher ein oder planen den Einsatz, z.B. in der zahnradiologischen Bildanalyse, in dentalen Planungs- und Diagnosesystemen oder in anderen softwarebasierten Medizinprodukten.
  • Sie möchten klären, welche Systeme in Ihrer Praxis überhaupt AI Act relevant sind und welche Rolle Ihre Einrichtung (Provider vs. Deployer) konkret einnimmt.
  • Sie wollen sicherstellen, dass Zahnärzt:innen und ZFA KI-Ausgaben kritisch einordnen, typische Fehlermuster erkennen und im Zweifel korrekt eskalieren können.


Was Sie aus der Schulung mitnehmen

Ziel der Schulung ist wirksame menschliche Aufsicht ("Human Oversight") im Praxisalltag, nicht abstrakte Technikdetails.

Nach der Schulung können Sie:

  • KI-Anwendungen in Ihrer Zahnarztpraxis sicher einordnen
    Sie erkennen, welche Systeme in Ihrem Setting als KI-Systeme im Sinne des AI Act gelten, welche davon voraussichtlich Hochrisiko Systeme sind und welche Pflichten sich daraus für Ihre Praxis ergeben.
  • Rollen, Zuständigkeiten und Grenzen sauber definieren
    Sie wissen, wie Sie Verantwortlichkeiten zwischen Praxisinhaber:innen, Zahnärzt:innen, ZFA, Herstellern und IT-Dienstleistern verteilen und dokumentieren, um Anforderungen an AI Literacy und Human Oversight zu erfüllen.
  • KI-Ausgaben kritisch prüfen und richtig reagieren
    Sie können typische Fehlerszenarien, Bias Risiken und Grenzfälle einschätzen – etwa in zahnradiologischen Befunden oder automatisierten Vorschlägen – und wissen, wann und wie menschliche Kontrolle eingreifen und dokumentiert werden sollte.
  • QM, Haftung und Audit Readiness stärken
    Sie erhalten konkrete Bausteine, wie Sie AI Act-relevante Prozesse im Qualitätsmanagement verankern, Nachweise für Aufsicht und Kammern vorbereiten und Sorgfaltspflichten besser absichern.




Zertifikat und CME-Punkte

Alle Teilnehmenden erhalten eine personalisierte Bescheinigung, die dokumentiert, dass sie an einer Fortbildung zu den Anforderungen des Art. 4 EU-KI-Verordnung ("AI Literacy" für Anbieter und Betreiber von KI-Systemen) teilgenommen haben.

Die Bescheinigung eignet sich zur Ablage im QM System, zur internen Dokumentation der Personal- und Organisationspflichten sowie zur Vorbereitung auf externe Prüfungen.

Ablauf der Schulung

  • Einführung: AI Act im Überblick – was bedeutet Art. 4 für Zahnarztpraxen und MVZ?
    Rollen (Provider vs. Deployer), Grundpflichten, Risikoklassen, Einordnung typischer Szenarien in Medizin und Zahnmedizin.
  • KI-Systeme im Behandlungs- und Praxisalltag erkennen und klassifizieren
    Beispiele aus Dokumentation, Diagnostik, zahnradiologischer Bildanalyse, Behandlungsplanung, Telemonitoring, Praxissoftware; Besonderheiten bei Medizinprodukten (MDR Kontext, Klassen IIa–III).
  • AI Literacy & Human Oversight konkret umsetzen
    Welche Kompetenzniveaus brauchen Zahnärzt:innen sowie ZFAs? Wie sieht angemessene menschliche Aufsicht im Alltag aus – mit einfachen, umsetzbaren Regeln.
  • QM, Haftung und Dokumentation
    Welche Prozesse und Nachweise erwarten Aufsicht, Kammern und Versicherer typischerweise? Wie integrieren Sie KI-bezogene Standards in vorhandene QM Strukturen und Praxisabläufe.
  • Praxisfälle, Fragen & Diskussion
    Fallbeispiele aus Fach- und Zahnarztpraxen sowie und Raum für individuelle Fragen zur Situation Ihrer Einrichtung.


Nutzen für die Patientenversorgung

Richtig ausgewählte, eingeführte und überwachte KI-Systeme können Versorgung und Praxisbetrieb spürbar unterstützen: Sie können Dokumentationslast reduzieren, Prozesse in Triage und Terminsteuerung strukturieren, Befundpfade vereinheitlichen und Risiken früher sichtbar machen – auch in der Zahnmedizin.

Die Schulung hilft Ihnen, diese Potenziale zu nutzen, ohne Patientensicherheit und Vertrauen zu gefährden:

  • Bessere Einbindung von KI in bestehende Abläufe, statt Parallelwelten oder Schatten-Workflows.
  • Mehr Transparenz gegenüber Patient:innen: Wie und wofür wird KI in Ihrer Praxis eingesetzt – und welche Entscheidungen bleiben bewusst beim Menschen?
  • Strukturierte Einführungs-und Update-Prozesse, damit neue oder veränderte KI-Funktionen kontrolliert und mit klaren Freigaben in den Betrieb gehen.




KI Anwendungen in der Zahnmedizin


FAQ - Häufige Fragen aus Praxen und MVZ


Gilt Art. 4 EU KI-Verordnung auch, wenn wir nur "kleine" KI-Funktionen nutzen, z. B. Spracherkennung, Praxisbot oder Aligner Planungssoftware?

Ja. Art. 4 richtet sich an alle Anbieter und Deployers, die KI-Systeme im beruflichen Kontext einsetzen; die Pflicht ist nicht auf Hochrisiko Systeme beschränkt.

Dies gilt gleichermaßen für medizinische und zahnmedizinische Einrichtungen – etwa wenn KI in der zahnradiologischen Bildanalyse, Befundung, Planungssoftware oder Praxisverwaltung eingesetzt wird.


Wir setzen aktuell kaum KI ein – ist die Schulung trotzdem sinnvoll?

Ja, besonders. Art. 4 verlangt ein angemessenes KI-Kompetenzniveau im Verhältnis zu Rolle, Kontext und Einsatzrisiko; wer frühzeitig Strukturen aufsetzt, kann spätere KI-Einführungen deutlich schneller, sicherer und haftungsbewusster gestalten.
Die Schulung hilft Ihnen zu entscheiden, welche Anwendungsfälle Sie heute verantwortet nutzen können – und wo Sie (noch) bewusst verzichten sollten.



Was bedeutet "Deployer" konkret für unsere Praxis?

Als Deployer gilt jede Organisation, die ein KI-System unter eigener Verantwortung nutzt, ohne es selbst als Produkt auf dem Markt bereitzustellen. Für Arzt- und Zahnarztpraxen heißt das: Sie müssen sicherstellen, dass KI-Systeme im Einklang mit AI Act, ggf. MDR und Ihrem QM genutzt werden – inklusive AI Literacy, Human Oversight und angemessener Dokumentation.


Wir arbeiten bereits mit KI-gestützten Medizinprodukten der Klassen IIa oder höher – reicht eine einmalige Schulung?

MDR -eregelte, KI-basierte Produkte dieser Klassen gelten in der Regel als Hochrisiko KI-Systeme; hier sind besonders strenge Anforderungen an Governance, Überwachung und Kompetenzen zu erwarten. Die Schulung schafft den grundlegenden Rahmen. Je nach Dynamik Ihrer Systeme (z. B. Updates, neue Indikationen, veränderte Workflows) kann es sinnvoll sein, ergänzend interne Nachschulungen oder vertiefende Workshops einzuplanen.


Bekommen wir im Anschluss Unterlagen, die wir in der Praxis weiterverwenden können?

Ja. Sie erhalten Schulungsunterlagen, die Sie intern weiter nutzen können, sowie Musterbausteine und Hinweise zur Integration in Ihr QM-System und zur Vorbereitung auf Nachfragen von Aufsicht, Kammern oder Kassenärztlichen Vereinigungen.



Jetzt KI Kompetenz im Team stärken und Plätze sichern

Wählen Sie Ihren Wunschtermin und melden Sie Ihre Zahnarztpraxis bzw. Ihr MVZ an – damit Sie KI-Systeme in der Patientenversorgung gut vorbereitet, sicher und verantwortungsvoll einsetzen können.

Mit dieser Schulung kombinieren Sie rechtliche Anforderungen mit konkreten Werkzeugen für den Alltag: geschulte Teams, klare Zuständigkeiten, gelebte Human Oversight-Regeln und belastbare QM-Unterlagen.

Jetzt anmelden





but-top
Alle Termine und Anmeldung